Häufig gestellte Fragen zur Neugestaltung der Euro-Banknoten
Stand: 22. September 2026
Frage 1: Warum brauchen wir neue Banknoten?
Alle Zentralbanken überarbeiten regelmäßig die von ihnen ausgegebenen Banknoten oder entwickeln neue, um Fälscher abzuschrecken. Die erste Serie der Euro-Banknoten wurde vor über 20 Jahren eingeführt. Die zweite Serie ist seit 2013 im Umlauf. Aktuell laufen die Vorbereitungen an einer neuen Euro-Banknotenserie. Die künftigen Banknoten sollen so gestaltet sein, dass sie die Menschen in Europa stärker ansprechen und diese sich noch besser mit den Geldscheinen identifizieren können. Außerdem sollen alle, auch Menschen mit Sehbeeinträchtigung, gut mit ihnen zurechtkommen.
Zudem sollen die neuen Euro-Banknoten möglichst nachhaltig und umweltfreundlich sein. Daran arbeiten wir.
Frage 2: Warum brauchen wir ein neues Design für die Banknoten?
Die Euro-Banknoten haben auch eine symbolische Bedeutung: Sie machen die europäische Integration sichtbar und greifbar. Als Zentralbank sind wir dafür verantwortlich, dass die Geldscheine mit der Zeit gehen. Auch Banknoten haben einen „Lebenszyklus“, daher ist es nach mehr als 20 Jahren an der Zeit für ein neues Design. Die Bargeldstrategie des Eurosystems hat u. a. zum Ziel, ansprechende Euro-Banknoten zu entwickeln, mit denen sich die Menschen in Europa identifizieren können.
Frage 3: Warum gerade jetzt? Ist jetzt der richtige Zeitpunkt für eine neue Banknotenserie?
Neue Banknoten zu entwickeln, herzustellen und sie in allen Ländern des Euroraums in Umlauf zu bringen dauert mehrere Jahre. In der Regel geben Zentralbanken alle zehn bis 15 Jahre neue Banknoten aus. Diese sollen dann sicherer, robuster und schwerer zu fälschen sein als ihre Vorgänger. Es ist wichtig, früh genug den Weg zu bereiten, damit alles vorbereitet ist, wenn die Entscheidung über die Einführung einer neuen Banknotenserie fällt.
Frage 4: Wie läuft die Neugestaltung der Banknoten ab?
Der Neugestaltungsprozess umfasst zwei Schritte:
- Auswahl der Themen und Motive für die künftigen Euro-Banknoten
- Um Feedback zu den Themen zu bekommen, die für künftige Euro-Banknoten infrage kommen, haben wir eine Studie in Auftrag gegeben. Dabei wurden Europäerinnen und Europäer in Fokusgruppen zu ihrer Meinung befragt. Die Erkenntnisse aus diesem Austausch flossen in die nachfolgenden Schritte ein.
- Der EZB-Rat nahm daraufhin sieben Themen in die engere Wahl – sechs davon hatte eine Themenberatungsgruppe erarbeitet. Letzterer gehörten Fachleute an, die von den nationalen Zentralbanken des Euroraums vorgeschlagen und von der EZB ernannt wurden.
- Die Öffentlichkeit konnte sich anschließend dazu äußern, wie sie diese sieben Themen findet: bei einer euroraumweiten Umfrage, die ein Meinungsforschungsunternehmen im Namen der EZB durchführte, und bei einer Online-Umfrage der EZB.
- Als Nächstes wählte der EZB-Rat zwei mögliche Themen für die künftigen Euro-Banknoten aus. Dabei berücksichtigte er die Umfrageergebnisse.
- Anschließend wählte der EZB-Rat Motive zur Veranschaulichung der Themenvorschläge aus. Entwickelt wurden diese von der Motivberatungsgruppe, einer von der EZB eingerichteten Expertengruppe.
- Entwicklung neuer Designs für die Euro-Banknoten
- Ein Design-Wettbewerb wurde eröffnet, für den sich alle Grafikdesignerinnen und -designer mit Wohnsitz in der Europäischen Union bewerben konnten. 25 Designerinnen und Designer wurden aufgefordert, ihre Vorschläge für eines oder beide Themen einzureichen. Eine unabhängige Jury des Design-Wettbewerb wählte für jedes Thema die besten Entwürfe aus.
Die Europäerinnen und Europäer konnten sich in einer öffentlichen Online-Umfrage vom 23. Juli bis zum 21. September 2026 zu den Gestaltungsvorschlägen äußern. Zusätzlich führte ein unabhängiges Meinungsforschungsinstitut eine separate Umfrage mit denselben Fragen bei einer repräsentativen Stichprobe von Bürgerinnen und Bürgern des Euroraums durch.
- Wie die neuen Banknoten aussehen werden, entscheidet der EZB-Rat voraussichtlich Ende 2026. Dabei wird er die Vorlieben der Öffentlichkeit berücksichtigen.
Weitere Informationen finden Sie auf der Website zu den künftigen Banknoten.
Frage 5: Warum fiel die Wahl auf „Europäische Kultur“ sowie „Flüsse und Vögel“ als mögliche Themen für die zukünftigen Banknoten?
Die Meinung der europäischen Bevölkerung spielt bei allen Schritten des Neugestaltungsprozesses eine wichtige Rolle. Daher wurden die Themen auf Grundlage der Ergebnisse der öffentlichen Umfragen und mithilfe einer unabhängigen Beratungsgruppe ausgewählt.
Bei unseren Umfragen kristallisierte sich heraus, dass die Bevölkerung folgende Themen klar favorisierte: „Europäische Kultur“, „Flüsse: Wasser des Lebens in Europa“ und „Vögel: frei, widerstandsfähig, inspirierend“. Uns ist wichtig, diese Vorlieben bestmöglich zu berücksichtigen. Daher beschloss der EZB-Rat, die zwei natur- und umweltinspirierten Themen unter dem Titel „Flüsse und Vögel“ zu verschmelzen. Somit haben es also diese zwei Themen in die nächste Runde geschafft: „Europäische Kultur“ sowie „Flüsse und Vögel“.
Frage 6: Wie wurden die Motive für die künftigen Banknoten ausgewählt?
Im Jahr 2024 beauftragte die EZB eine Gruppe unabhängiger Fachleute, Motive vorzuschlagen. Die Motive sollten die ausgewählten Themen bestmöglich repräsentieren. Die Mitglieder dieser Motivberatungsgruppe kennen sich sehr gut mit den Fachbereichen dieser beiden Themen aus. Auf der Grundlage der Empfehlungen der Gruppe und seiner eigenen Beratungen beschloss der EZB-Rat Anfang 2025, beide ausgewählten Themen samt einer Reihe von Motiven je Thema in den Design-Wettbewerb aufzunehmen.
Frage 7: Welche Rolle spielt die Öffentlichkeit im Neugestaltungsprozess?
Bei diesem Prozess ist es für die EZB besonders wichtig, dass die Meinungen der Europäerinnen und Europäer in die Entscheidungen einbezogen werden.
Zu Beginn wurde eine qualitative Umfrage durchgeführt, um zu verstehen, was die Menschen von den möglichen Themen für künftige Euro-Banknoten halten. Im Sommer 2023 konnte sich die Öffentlichkeit an einer Online-Umfrage zu einer Vorauswahl von Themen beteiligen. Parallel dazu führte ein Meinungsforschungsunternehmen eine ähnliche Umfrage durch, um sicherzustellen, dass die Bevölkerung des Euroraums bestmöglich repräsentiert ist.
Nach Auswahl der Motive und Abschluss des Design-Wettbewerbs baten wir die Öffentlichkeit um ihre Meinung zu einer Vorauswahl von zehn möglichen Designs.
Frage 8: Wann werden die Ergebnisse der Umfragen zu den Gestaltungsvorschlägen bekannt gegeben?
Der Bericht mit den Ergebnissen der öffentlichen Umfragen einschließlich des Feedbacks zu den einzelnen Gestaltungsvorschlägen wird veröffentlicht, nachdem der EZB-Rat Ende 2026 eine endgültige Entscheidung getroffen hat.
Frage 9: Wie wurden die Mitglieder der verschiedenen Expertengruppen ausgewählt?
Wir haben drei unabhängige Expertengruppen gebildet und sie damit beauftragt, uns in den einzelnen Phasen mit ihrer Expertise zu unterstützen: bei der Auswahl der Themen und Motive sowie bei der Bewertung der Gestaltungsvorschläge. Die Gruppen setzen sich aus Fachleuten aus ganz Europa zusammen. Damit ist sichergestellt, dass ein breites Spektrum an Fachwissen und Perspektiven abgedeckt ist. Die Expertise reicht von Design über Geschichte, Literatur und Kunst bis hin zu Wissenschaft und Forschung. Vorgeschlagen wurden die Expertinnen und Experten von den nationalen Zentralbanken des Euroraums, ernannt von der EZB.
Frage 10: Wann können wir die neu gestalteten Banknoten in den Händen halten?
Wenn die Designs der künftigen Euro-Banknoten feststehen, wird der EZB-Rat entscheiden, wann die neuen Banknoten hergestellt und ausgegeben werden sollen. Danach wird es noch ein paar Jahre dauern, bis die ersten neuen Euro-Banknoten ausgegeben werden und wir sie in den Händen halten können.
Auch bei der aktuellen Euro-Banknotenserie wurden die verschiedenen Stückelungen, also Banknoten mit unterschiedlichen Nennwerten, schrittweise über mehrere Jahre eingeführt. Derzeit steht noch nicht fest, wann und wie die neuen Euro-Banknoten in Umlauf gebracht werden.
Frage 11: Werden sich Material oder Größe der künftigen Banknoten ändern? Kommen neue Nennwerte hinzu?
Das Material unserer aktuellen Banknoten besteht aus Baumwollfasern. Dadurch sind sie besonders griffig und robust. Wir sind immer auf der Suche nach Möglichkeiten, unsere Banknoten haltbarer und umweltfreundlicher zu gestalten.
Voraussichtlich bleibt es bei den jetzigen Nennwerten: 5 €, 10 €, 20 €, 50 €, 100 € und 200 €. Auch bei Größe und Hauptfarben wird wahrscheinlich alles beim Alten bleiben. Das soll die Umstellung erleichtern und die Kosten für die Anpassung von Geräten zur Banknotenbearbeitung im Zaum halten.
Frage 12: Wer trifft die Entscheidung über das endgültige Design?
Das letzte Wort hat der EZB-Rat, wobei er das Feedback der europäischen Bevölkerung und der Expertengruppen in seine Entscheidung einbeziehen wird. Was der EZB-Rat in puncto neue Banknoten entschieden hat, wird dann auf der Website der EZB veröffentlicht.
Frage 13: Werden vulnerable Gruppen wie etwa Personen mit Sehbeeinträchtigung in die Neugestaltung einbezogen?
Die EZB und die nationalen Zentralbanken des Euroraums tauschen sich regelmäßig mit verschiedenen Interessengruppen aus. Ein Beispiel: Bei der Entwicklung der aktuellen Euro-Banknotenserie tauschten wir uns regelmäßig mit der Europäischen Blindenunion aus. Diese Konsultationen wurden seitdem fortgesetzt und sind Teil des gesamten Neugestaltungsprozesses.